Blockchain Technologie – Revolution im Gesundheitswesen?

Die aus der Bitcoin-Diskussion bekannte Blockchain-Technologie hat laut Aussage führender Experten das Potential, das Gesundheitswesen zu revolutionieren. Doch was steckt hinter dem Begriff?

Die Blockchain: Ein dezentral gespeichertes digitales Register

Vereinfacht gesagt beschreibt die Blockchain-Technologie eine gemeinsam genutzte dezentrale Datenbank mit zwei wesentlichen Merkmalen: Zum einen liegt sie nicht an einem bestimmten Ort wie z.B. einem Server in einem einzelnen Unternehmen, sondern ist in Form identischer Kopien auf verschiedenen, miteinander vernetzten Rechnern gespeichert. Zum anderen werden alle nachträglich hinzugefügten Daten so mit den bisher vorhandenen Daten verknüpft, dass eine nachträgliche Veränderung und Manipulation der Daten nicht möglich ist.

Vorstellen kann man sich die Blockchain also als digitales Register, in dem alle Aktionen aufgezeichnet werden und für alle Mitglieder des Netzwerkes einsehbar sind. Dr. Tobias Gantner, Geschäftsführer der Healthcare Futurists, umschreibt das grundlegende Prinzip so: „Die Blockchain ist wie eine Art Bürgerversammlung zu verstehen, auf der jeder einzeln für sich mitprotokolliert, jedoch auch überprüft, was sein Nachbar aufschreibt. Die Dokumente werden dann zuhause archiviert.“ Dadurch werden keine autoritären, zentralen Instanzen mehr benötigt, die für die Echtheit der Informationen bürgen, da jede erfasste Information im System selbst verifizierbar ist. So bietet die Blockchain-Technologie vollkommene Transparenz für alle Parteien.

Wie kann die Blockchain-Technologie im Gesundheitswesen eingesetzt werden?

Einer im August veröffentlichten Studie von Frost & Sullivan nach wird die Blockchain-Technologie bis 2025 die Gesundheitsbranche revolutionieren. „Neue, vernetzte, medizinische Geräte und die Notwendigkeit, Daten vor Datenschutzverletzungen zu schützen, machen die Blockchain-Technologie mit ihrer umfassenden Sicherheitsinfrastruktur zur offensichtlichen Lösung für aufkommende digitale Abläufe und fortschrittliche Interoperabilität im Gesundheitswesen“, so Transformational Health Industry Analyst Kamaljit Behera von Frost & Sullivan. Auch die Bertelsmann-Stiftung untersuchte kürzlich mögliche Einsatzmöglichkeiten der Blockchain-Technologie im Gesundheitswesen und arbeitete dabei verschiedene Beispiele für Use-Cases aus. Im Mittelpunkt dieser Anwendungsfälle steht dabei die durch die Blockchain-Technologie ermöglichte Transparenz und Manipulationssicherheit medizinischer Daten, beispielsweise bei der Organisation elektronischer Patientenakten, klinischen Studien oder als digitales Ausweissystem zur Identifizierung von Patienten.

Aktueller Forschungsstand

Eine Umfrage des Forschungsinstituts Black Book Research hat ergeben, dass viele Führungskräfte aus dem Gesundheitssektor positiv zur Blockchain-Technologie stehen: 90% der 88 befragten Unternehmen sowie 276 IT-Spezialisten glauben, dass sich Probleme in den Bereichen Datenaufzeichnung und -Austausch sowie der Privatsphäre durch entsprechende Lösungen reduzieren lassen. Auch wenn bisher lediglich 14% aktiv an einer konkreten Umsetzung der Blockchain-Technologie arbeiten, können sich 76% der Befragten vorstellen, die Technologie in Zukunft im eigenen Unternehmen einzusetzen.

Quellen:

https://www.gruenderszene.de/lexikon/begriffe/blockchain

https://www.egovernment-computing.de/blockchain-im-gesundheitswesen-a-631318/

https://ww2.frost.com/news/press-releases/konvergenz-von-blockchain-und-innovativen-technologien-revolutioniert-bis-2025-die-gesundheitsbranche/

https://blog.der-digitale-patient.de/blockchain-superstar-digitale-gesundheit/

https://www.btc-echo.de/umfrage-viele-fuehrungskraefte-aus-dem-gesundheitssektor-stehen-positiv-zur-blockchain/

https://www.kma-online.de/aktuelles/it-digital-health/detail/hype-oder-digitaler-mehrwert-a-36036

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