Datenschutz? Fehlanzeige – Patientendaten werden via Apps verschickt

Die Kommunikationstechnik entwickelt sich schnell. Daten wie Textnachrichten, Bilder und Videos können über kostenlose Dienste schnell mit einer großen Zahl an Personen geteilt werden. Diese Entwicklung macht auch vor dem Gesundheitswesen insbesondere den Kliniken und Praxen nicht halt. Welche Gefahr dabei entsteht zeigt eine britische Studie.

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Keine Sicherheit bei der Übertragung von Patienteninformationen

Um herauszufinden inwieweit die mobile Technik in Kliniken Einzug gefunden hat, untersuchten britische Forscher mit einer Umfrage das Verhalten von Krankenschwestern und Ärzten in fünf Kliniken des National Health Services (NHS). Wie bereits vorab vermutet ist die Zahl der Personen mit mobilem Endgerät sehr hoch. So besitzen laut der Studie 99% der Ärzte ein Smartphone und ca. 75% zusätzlich ein Tablet. Auch Krankenschwestern sind häufig mit Smartphone und Co ausgestattet (95% besitzen ein Smartphone, 65% zusätzlich ein Tablet).

Häufig werden die mobilen Endgeräte im Klinikalltag eingesetzt. Die Studie zeigt, dass 93% der befragten Ärzte und mehr als die Hälfte der Krankenschwestern die Verwendung der Geräte in ihrer täglichen Arbeit für sehr hilfreich oder hilfreich finden. Erschreckend dabei ist, dass häufig sensible Patientendaten über SMS oder Nachrichtensysteme versendet werden. Fast 65% der Ärzte gaben an Patientendaten per SMS versendet zu haben, 33% nutzen dafür App-basierte Nachrichtensysteme. 46% der Ärzte gaben sogar an Fotos von Wunden oder ähnlichem gemacht zuhaben und diese an Kollegen zur Einholung einer zweiten Meinung über Bild-Messaging-Systeme geschickt zuhaben. Rund ein Drittel der Ärzte glaubt noch immer patientenbezogene Informationen auf dem Smartphone zu besitzen. Dieser Form der Datenübertragung mangelt es massiv an Datenschutz. 

Die häufige Nutzung dieser unsicheren Dienste zeigt, dass dringend eine sichere Kommunikationsplattform benötigt wird. Denn Ärzte wollen und können nicht auf die bequeme Art der Datenübertragung verzichten. So wünscht sich laut der Studie ein Großteil der Ärzte (71,6%) und rund ein drittel der Krankenschwestern eine sichere Plattform zum Austausch von Patientendaten.

Medizin-Apps auf dem Vormarsch, doch es fehlt an Evidenz

Auch medizinische Apps sind unter den Ärzten und Schwestern bereits beliebt. 78% der Ärzte und 35% der Krankenschwestern haben medizinische Apps installiert. Dazu gehören beispielsweise medizinische Rechner, Arzneiinfo-Apps, Apps, die helfen, Krankheiten zu managen, Diagnose-Tools, Lern-Tools und administrative bzw- Dokumentations-Apps. Während der täglichen Arbeit nutzen fast 92% der befragten Ärzte und 67% der Schwestern solche Apps. Ein Drittel der Ärzte nutzt die Dienste sogar täglich. Weiterempfehlen würden Ärzte die verwendeten Apps jedoch häufig nicht. Während der Großteil schlichtweg nicht auf die Idee gekommen ist Empfehlungen auszusprechen, sehen andere eher die mangelnde Evidenz und Effektivität der Apps. 12% finden es hingegen schwierig die besten Apps aufgrund der großen Anzahl herauszufinden.

Es werden sichere Strukturen benötigt

Die Studie zeigt, dass es höchste Zeit ist sichere Strukturen für die Weitergabe medizinischer Informationen zu entwickeln. Mobile Helfer können den Praxis- und Klinikalltag verbessern und bereichern. Finden sichere Lösungen nicht schnellstmöglich Anwendung, so suchen sich Ärzte und Schwestern selbst einen Weg zur Kommunikation. Auch im Dschungel der Medizin-Apps muss auf höhere Qualität und Sicherheit wert gelegt werden.

 

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