Die digitale Arztpraxis

Die_Praxis_2026_fullWidthEin Szenario – Die Praxis 2026

Herr Jacobs* fühlt sich seit einigen Wochen schlapp und antriebslos. Um herauszufinden warum diese Beschwerden bestehen, vereinbart Herr Jacobs online eine Videosprechstunde bei seinem Hausarzt. Der Arzt empfiehlt Herrn Jacobs über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen seine Vitalparameter mittels eines Sensors aus der Apotheke zu messen. Im Anschluss an das Gespräch mit dem Arzt vereinbart die Sprechstundenhilfe mit Herrn Jacobs direkt einen Termin zur Besprechung der Parameter und sendet das Rezept für den Sensor an eine Apotheke nahe Herrn Jacobs Wohnung.

Nach der Arbeit fährt Herr Jacobs in die Apotheke, um sich den Sensor zu holen. Die Apothekerin weiß bereits Bescheid und erklärt Herrn Jacobs wie er den Sensor zu verwenden hat. Der Sensor wird wie ein Pflaster auf die Haut geklebt und kann unter der Kleidung getragen werden. Einmal täglich soll Herr Jacobs die Daten an sein Tablet übertragen und in seiner elektronischen Gesundheitsakte abspeichern. Anschließend werden die Daten an seinen Hausarzt weitergeleitet.

Nach zwei Wochen geht Herr Jacobs zu seinem vereinbarten Hausarzttermin. Dort bekommt er von der Sprechstundenhilfe ein Tablet auf dem er einen kurzen Fragebogen zu seinen Ernährungsgewohnheiten ausfüllen soll. Bevor er zu dem Arzt in das Sprechzimmer gebeten wird, wird sein Gewicht auf einer elektronischen Waage gemessen, die die Daten direkt per gesicherter Verbindung in seine Patientenakte überträgt.

Im Behandlungszimmer hat der Arzt bereits Herrn Jacobs Vitalparameter aufgerufen. Anhand einer Grafik zeigt der Arzt, dass Herrn Jacobs Blutzuckerwerte erhöht sind. Er hat Diabetes Typ II in einer leichten Form. Durch eine Veränderung des Lebensstils lässt sich jedoch entgegen steuern. Der  Arzt empfiehlt Herrn Jacobs ein Online-Programm, bei dem er sich mit anderen Patienten zu seiner Erkrankung austauschen kann. Den Sensor soll Herr Jacobs weiterhin tragen und in regelmäßigen Abständen findet eine Videosprechstunde mit dem Arzt statt.

*Alle Personen und Handlungen sind frei erfunden.

Die Vorteile digitaler Prozesse

So oder ähnlich könnte in ein paar Jahren die Behandlung eines Patienten aussehen. Auch heute gibt es schon eine zunehmende Vernetzung der Einrichtungen und Akteure im Gesundheitswesen. Es etablieren sich neue Versorgungsformen und neue Strukturen. Die Patienten selbst werden ebenfalls immer digitaler. Informations- und Kommunikationstechniken halten deshalb unaufhaltsam Einzug in den Praxen.  

Durch digitale Prozesse lassen sich viele Abläufe im Praxisalltag beschleunigen, doch das Potenzial wird häufig noch zu wenig genutzt. Vielen Ärztinnen und Ärzten ist gar nicht bewusst, wie viel Zeit sie und ihr Praxispersonal aufwenden um Papier hin und her zu bewegen. Patientenakten werden umher getragen, Labordaten werden gesucht, Bescheinigungen werden vom Behandlungszimmer zum Empfang befördert, Fremdbefunde werden einsortiert – all diese zeitfressenden Arbeitsschritte entfallen bei einer papierlosen Praxis mit automatisierter Formularverwaltung und digitalen Patientenakten.

Auch in der Vernetzung der Praxen untereinander bieten digitale Anwendungen die Möglichkeit eines Austauschens. So wird beispielsweise das Hinzuziehen von Fachexperten erheblich erleichtert. Das sogenannte Telemonitoring ermöglicht die Überwachung wichtiger Gesundheitsdaten. Durch elektronische Medikationspläne lassen sich Wechselwirkungen von Medikamenten erkennen und vermeiden. Auch die Auswertung von Diagnosen und Behandlungen ist mit digitaler Technik wesentlich einfacher.

In Zukunft werden Therapien, die genau auf den Patienten abgestimmt sind immer weiter in den Fokus rücken. Die Medizin wird sich immer stärker weg von der Behandlung hin zur Prävention entwickeln. Patientendaten gehören zu den sensibelsten Informationen und müssen deshalb bestmöglich vor unrechtmäßigen Zugriffen geschützt werden. Dazu wird eine gute Online-Vernetzung benötigt mit einer einheitlichen Struktur und einem hohem Sicherheitsniveau. 

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