NTx 360° – Innovationsprojekt zur Weiterentwicklung der Nachsorge bei Nierentransplantation gestartet

Gemeinsam mit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) wird der Nachsorgeprozess digitalisiert und die Bedingungen und Lebensqualität für nierentransplantierte Patienten während dieser Zeit optimiert. Das Projekt wird aus dem Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschuss gefördert.

Status Quo

Nach einer Nierentransplantation (NTx) warten auf die Patienten sowohl eine Reihe an Nachuntersuchungen und Besuchen in den Kliniken und bei den Nephrologen vor Ort als auch viel Disziplin und kooperatives Verhalten während des jahrelangen Nachsorgeprozesses, um eine Abstoßung des neuen Organs zu vermeiden.

Studien belegen, dass bis zu 47% der Transplantatverluste auf Non-Adhärenz, also mangelnde Mitarbeit des Patienten beispielsweise durch Nichtwahrnehmung von Nachuntersuchungsterminen, zurückzuführen sind. Ein Anknüpfungspunkt kann hier die Optimierung der bestehenden Betreuung nach der Operation sein.

Non-Adhärenz wird derzeit im regulären Verfahren nach Nierentransplantationen nicht proaktiv, standardisiert und mit der gebotenen Fachlichkeit thematisiert. Ebenso besteht Optimierungsbedarf des Informationsflusses und der Kommunikationswege sowohl zwischen den verschiedenen Leistungserbringern als auch zwischen den Leistungserbringern und den Patienten. Gerade für ältere oder immobile Patienten kann die teilweise sehr weite Entfernung von Wohnort und NTx-Zentrum zu erheblichen Problemen führen.

Ansatzpunkte und Ziele

Durch eine Kombination verschiedener Werkzeuge wollen symeda und MHH der Problematik begegnen. Mit der Integration von elektronischen Fallakten (EFA) und Telemedizin in die Nachbetreuung wird ein telemedizinisches Netzwerk geschaffen und ein sektorenübergreifender einheitlicher Nachsorgeprozess ermöglicht.

Im Zentrum der Interventionsmaßnahmen steht die Einführung von telemedizinischen Untersuchungen, um Patienten nicht mit verzichtbaren Reisen unnötig zu belasten. Zur Ergänzung der regulären Vorstellung werden sowohl telemedizinische Nachuntersuchungen gemeinsam mit Niedergelassenen und Ärzten des NTx-Zentrums als auch außerordentliche Televisiten beim Auftreten von Komplikationen stattfinden. Eingesetzt werden dabei Videokonferenzen zur Kommunikation und eine eigens entwickelte Smartphone-App zur Unterstützung der Patienten.

Die elektronische Fallakte beinhaltet alle relevanten medizinischen Daten, Befunde, Dokumentationen sowie Versorgungswünsche des Patienten. Die Einträge können sowohl vom Patienten selbst als auch von den Leistungserbringern eingesehen werden. Aktuelle Daten werden eingepflegt und stehen so den verschiedenen Leistungserbringern automatisiert zur Verfügung. „Mithilfe digitaler Vernetzung aller Beteiligten lassen sich Kommunikation und Austausch strukturieren und effizienter gestalten, wodurch die Behandlungsqualität gesteigert werden kann und den behandelnden Ärzten mehr Zeit für das Wesentlich zur Verfügung steht“, so symeda Geschäftsführer Dr. Nils Hellrung.

Von den geplanten Maßnahmen profitieren sowohl Leistungserbringer als auch Patienten. Ziel ist es, behandlungsbedürftige Komplikationen frühzeitig zu erkennen, somit ungeplante Klinikaufenthalte zu minimieren und durch optimierte Betreuung und die höhere Lebensqualität der nierentransplantierten Patienten eine höhere Adhärenz zu erreichen. Auf diese Weise wird nicht nur das Transplantatverlustrisiko verringert, es werden auch erhebliche Kosteneinsparungen erwartet.

Wir freuen uns als Konsortialpartner auf die technische Umsetzung und Betreuung dieses spannenden Projekts!

Weitere Informationen finden Sie unter: www.ntx360grad.de

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Quellen: www.ntx360grad.de und www.mh-hannover.de

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