Warum Mobile Health auch Ihr Smartphone erobern wird

Mobile-Health-Technologien auf dem Smartphone werden zunehmend beliebter. Doch warum werden wir nicht daran vorbeikommen?

Egal, wo Sie gerade sind und sich kurz umschauen – wie viele Menschen mit Smartphone in der Hand entdecken Sie? Oder halten Sie Ihres sogar auch in der Hand oder haben es zumindest neben sich liegen? Egal wo und egal wann – das Smartphone ist immer dabei. Und das macht das Thema Mobile Health so attraktiv.

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Die sich durch ein Smartphone ergebenden Möglichkeiten lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Das Smartphone…

  • … ist immer dabei (zumindest bei 80% aller Deutschen)
  • … ist nahezu immer an (7 von 10 Nutzern schalten es auch nachts nicht aus)
  • … bietet zahlreiche Verbindungsmöglichkeiten (Mobilfunk, Wireless LAN, Bluetooth, …)
  • … lässt sich durch fast unbegrenzte Funktionen mittels mobilen Apps erweitern
  • … kommt bereits standardmäßig mit einer Reihe integrierter Möglichkeiten zur Interaktion mit der Umgebung  (z.B. Kamera, Mikrofon, Bewegungssensoren, Helligkeitssensoren, Entfernungssensoren, GPS)

Auch die Umgebung ist im Wandel

Auf der einen Seite bietet so das allgegenwärtige Smartphone eine hervorragende Plattform, um über verschiedene Arten von Applikationen medizinische Leistungen bereitzustellen. Auf der anderen Seite ist es unsere Umgebung, die den Siegeszug von Mobile Health begünstigt:

  • Demographischer Wandel:Der Altersdurchschnitt in Deutschland wird in den nächsten Jahren mehr und mehr steigen. Mit zunehmender Alterung der Bevölkerung geht ein deutlich steigender medizinischer Bedarf einher
  • Chronische Erkrankungen:Auch die Zahl der chronischen Erkrankungen, wie etwa Diabetes Mellitus, wird in den kommenden Jahren weiter ansteigen. Die Überwachung und Betreuung dieser Erkrankungen gestaltet sich bei annähernd gleichbleibender Zahl an Ärzten zunehmend schwierig (2013: 328 Mio. Diabetes-Erkrankungen weltweit – bis 2035: 592 Mio.)
  • Unterversorgung ländlicher Regionen:Besonders auf dem Land führt steigender Ärztemangel  zu einer medizinischen Unterversorgung der Bevölkerung

Diese Umstände führen zwangsläufig zu einem Umdenken im Gesundheitswesen. Distanzen müssen überbrückt und möglichst viele Prozesse dahingehend automatisiert werden, dass der Patient verschiedene Tätigkeiten selbst in die Hand nehmen kann. Es ist naheliegend, dass tragbare Geräte eine komfortable Möglichkeit bieten, diese Anforderungen zu erfüllen.

Ein Szenario

Herr Blümel leidet unter Diabetes. Er ist 85 Jahre alt, nicht mehr allzu gut zu Fuß, doch der Weg zum nächsten Arzt ist lang. Sein Arzt bietet ihm daher die Möglichkeit der Fernüberwachung, um den Aufwand für beide Seiten möglichst gering zu halten. Patienten wie Herr Blümel könnten nun mit allerlei Gerätschaften ausgestattet werden,  um selbständig Messungen durchzuführen. Entweder müssten diese dann in der Lage sein, die Messdaten dem Arzt direkt zu kommunizieren, oder Patienten wie Herr Blümel müssten die Daten manuell verwalten und dann beispielsweise per Mail an den Arzt weiterleiten.

Mobile Health als Lösung

Hier kommt schlussendlich das Smartphone ins Spiel. Ob händische Datenpflege in einer Anwendung, die stets mit den Daten des Arztes synchronisiert wird, oder eine direkte Kommunikation der an das Smartphone angeschlossenen Sensoren mit dem Arzt; das Smartphone könnte beides. Wenn es nötig ist, könnte der Patient den Kontakt zu seinem Arzt über die Kamera seines Smartphones mittels Videokonferenz aufnehmen. Der Patient bleibt unabhängig und selbständig, und gleichzeitig wird dem Arzt die Behandlung von einer steigenden Zahl zunehmend älterer Patienten erleichtert.

Ob Kontrollfunktion bei chronischen Erkrankungen, Gesundheits-Check bei älteren Menschen oder andere Routine-Vorgänge. Sie sehen selbst, es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch Ihr Smartphone als Mobile-Health-Gerät fungiert.

Zum Weiterlesen:

  • mHealth: bis zu 100 Mrd. € Sparpotenzial für die EU
  • Effizienz durch Videokonferenz – Anwendungsszenarien im Gesundheitswesen
  • Zunehmende Verwendung von mobile Apps auch im Gesundheitswesen – Anwendungsszenarien
  • Macht die Kassen hellhörig: Milliarden Einsparungen durch Telemedizin prognostiziert

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